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GRAVITY — 32 Paintings, Encaustic on Cardboard, 2017–2018

GRAVITY ist die Werkgruppe /09 im Hoier.works Netzwerk: 32 Bilder, ausgeführt 2017–2018 von Heiner H. Hoier. Enkaustik-Malerei auf alltäglichen Kartonschachteln — mit Leim, Pigmenten und Encaustic versteift und beschwert, so zu dichten Bildkörpern verdichtet. Der Titel GRAVITY verhandelt Schwere, Last und Standfestigkeit: das leichte, fragile Material Karton wird durch die Enkaustik beschwert, gehärtet und in einen Zustand erzwungener Stabilität überführt. Publiziert vom SLEEPING DOGS UNLIMITED ART PLATEAUS.

GRAVITY is Werkgruppe /09 in the Hoier.works Network: 32 paintings, executed 2017–2018 by Heiner H. Hoier. Encaustic painting on everyday cardboard boxes — stiffened and weighted with glue, pigments, and encaustic paint, condensed into dense picture-bodies. The title GRAVITY negotiates weight, load, and stability: the light, fragile cardboard is burdened, hardened, and forced into a state of imposed stability by the encaustic. Published by SLEEPING DOGS UNLIMITED ART PLATEAUS.

Technical Details

Title
GRAVITY
Subtitle
32 Paintings, Encaustic on Cardboard
Artist
Heiner H. Hoier
Year
2017–2018
Genre
Malerei / Painting (Enkaustik / Encaustic auf Karton)
Medium
Glue, Pigments, and Encaustic on Cardboard / Leim, Pigmente und Enkaustik auf Karton — Kartonschachteln, stabilisiert mit Enkaustik
Surface
Cardboard
Edition size
32 Paintings
Languages
Deutsch (primary) · English
Date Published (digital edition)
2026-06-01
Werkgruppe
/09 — Volumen I
Publisher
SLEEPING DOGS UNLIMITED ART PLATEAUS
Network
HOIER.works
Presentation
Slide-based digital catalogue

Curatorial Note

Diese Veröffentlichung ist als integraler Bestandteil eines umfassenden Werkganzen zu verstehen und verweist auf einen größeren künstlerischen Zusammenhang. Die einzelnen Werkgruppen fokussieren eine kohärente künstlerische Thematik, ohne den Anspruch aufzugeben, auch das Gesamtwerk in seiner Vielschichtigkeit zu repräsentieren. Die Gesamtheit der Teilbereiche fügt sich in den Kontext von Ausdrucksformen ein, der fortlaufend und in variierenden Perspektiven und Ansätzen die Problematik der Darstellungsweisen grundlegender Phänomene künstlerischen Bewusstseins reflektiert. Ziel ist es, innerhalb dieses offenen Prozesses Anschauungen zu entwickeln, die weniger abschließend als vielmehr forschend, prozesshaft und ergebnisoffen zu verstehen sind.

This publication is to be understood as an integral part of a comprehensive body of work and refers to a larger artistic context. The individual Werkgruppen focus on a coherent artistic theme without abandoning the claim of representing the complete œuvre in its multilayered nature. The totality of the sub-areas fits into a context of expressive forms that continuously, and from varying perspectives and approaches, reflects on the problematics of how fundamental phenomena of artistic consciousness can be represented. The aim is to develop, within this open process, views that are less conclusive than rather investigative, processual, and open-ended.

Slide-Texte — Textquellen der Werkgruppe GRAVITY

Die Werkgruppe GRAVITY (32 Bilder, Leim, Pigmente und Enkaustik auf Karton, 2017–2018, von Heiner H. Hoier) integriert auf einzelnen Slides Textquellen aus der vorsokratischen Philosophie und antiken Kosmologie sowie ein Diktum der modernen Physik. Leitmotive sind Schwere, Weltentstehung durch das Herabsinken des Dichten, das Unbegrenzte (Apeiron), unendliche Teilbarkeit und die Verborgenheit des Wesens.

Textquellen: vorsokratische Fragmente nach der Sammlung von Diels-Kranz (DK).

  1. Slide 10 — Empedokles (Weltentstehung durch das Dichte)

    Er sagt, dass die Erde durch das Herabsinken des Dichten entstanden ist.

    Empedokles
  2. Slide 17 — Xenophanes (die Grenze der Erde, das Unbegrenzte)

    (…) Grenze der Erde nach oben ist das, was zu Füßen wir sehen, wo an die Luft sie stößt; nach unten aber geht sie ins Unbegrenzte.

    Archilles / Xenophanes
  3. Slide 18 — Anaximander (das Apeiron als Dinghaftes)

    (…) Das Apeiron ist nicht etwas Formelhaftes, sondern ungeachtet aller abstrahierenden Extrapolation etwas Dinghaftes, etwas, das es gibt. Es ist nicht nur ein Begriff, d.h. nicht nur das, was wir von den Dingen verstehen, sondern eben etwas, das es unabhängig von diesem Verstehen auch geben muß.

    Vorsokratiker 1 / Anaximander
  4. Slide 21 — Heraklit (der Weg hinauf und hinab)

    „Der Weg hinauf und hinab (oder: hin und her) ist ein und derselbe."

    Heraklit
  5. Slide 24 — Parmenides (gleicher Abstand vom Mittelpunkt)

    „Der Abstand vom Mittelpunkt zur Peripherie sei in allen Richtungen immer wieder derselbe."

    Parmenides
  6. Slide 26 — Niels Bohr (im Abgrund wohnt die Wahrheit)

    In Wirklichkeit wissen wir nichts — im Abgrund wohnt die Wahrheit…

    Niels Bohr
  7. Slide 29 — Zenon / Simplikios (unendliche Teilbarkeit)

    Da die Dinge … in ihrer Kleinheit unbegrenzt und die Anteile in großen und kleinen Dingen der Anzahl nach gleich sind, ergibt sich eine unendliche Teilbarkeit, in der sich die entsprechende Kette der Vermischung aller Bestandteile sowie ihrer Gegensätze unendlich fortsetzen lässt. Es gibt keinen kleinsten Teil des Kleinen, sondern immer etwas Kleineres. In Bezug auf das Seiende ist es nämlich nicht möglich, dass etwas nicht existiert. Andererseits gibt es auch zu jedem Großen etwas Größeres. Und es ist dem Kleinen hinsichtlich seiner Menge gleich, mit Blick auf sich selbst ist ein jedes aber sowohl groß als auch klein.

    Zenon / Simplikios, in Phys. 164,17 (= DK 59 B 3)
  8. Slide 30 — Aristoteles (Zenon: Endliches und Unendliches)

    (…) Zenon hatte nämlich gefragt, ob es möglich sei, innerhalb eines Endlichen Unendliches zu durchlaufen…

    Aristoteles
  9. Slide 31 — Themistios (die Verborgenheit des Wesens)

    Das Wesen ist gerne verborgen.

    Themistios

Heiner H. Hoier

Heiner H. Hoier (* 1944, Bremen) ist ein deutscher Zeichner, Maler, Autor und Hochschullehrer. Er studierte Grafik und Malerei an der Hochschule für Künste Bremen und war Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München (1983–2005). Sein Gesamtwerk ist unter hoier.works als Netzwerk autonomer Werkgruppen organisiert.

Heiner H. Hoier (born 1944 in Bremen, Germany) is a German draughtsman, painter, author and academic. He studied graphic arts and painting at the University of the Arts Bremen (Hochschule für Künste Bremen) and was Professor at the Munich University of Applied Sciences (Hochschule für angewandte Wissenschaften München) from 1983 to 2005. His complete body of work is organised at hoier.works as a network of autonomous work groups.

Artist references: heiner-h-hoier.com · Wikipedia (DE) · Wikidata Q105296154 · Wikimedia Commons

Imprint

© The art stoxx Foundation
SLEEPING DOGS UNLIMITED ART PLATEAUS
Hamburg, Germany · Zürich, Switzerland

Publisher: artstoxx archive
Hamburg, Germany · Zürich, Switzerland
hhh@artstoxx.com

Publication
SLEEPING DOGS UNLIMITED ART PLATEAUS
Curatorial work
Erika Margrit Fröhli
Artist
Heiner H. Hoier
Design & Art Direction
Heiner H. Hoier
Web development
Julian Alfaenger

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Works in the Hoier.works Network

GRAVITY is part of Volumen I of Heiner H. Hoier's body of work, alongside the following related works:

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